Der Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie

Wie energieeffizient produziert die deutsche Industrie? Wo steht mein Unternehmen im Vergleich zu anderen und was kann ich tun? Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart ermittelt halbjährlich in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPA, dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutschen Energie-Agentur (dena) und dem TÜV Rheinland den Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie. Der Index beleuchtet die aktuelle Lage der Energieeffizienz in der Industrie und wirft einen Blick in die Zukunft.

Dr. Marcus Bernards, Managing Director der DEVA-Kunststofftechnik GmbH, beschreibt den Nutzen für sein Unternehmen folgendermaßen: „Es macht für uns viel Sinn, uns am Energieeffizienz-Index des EEP zu beteiligen, weil wir so einen Überblick erhalten, wo wir stehen und wo noch Nachbesserungsbedarf besteht.“

 

Wintererhebung 2015/16 des Energieeffizienz-Index EEI 

Produzierende Unternehmen wollen wieder mehr in Energieeffizienz investieren

Unternehmen in Deutschland wollen in den kommenden 12 Monaten wieder mehr in Energieeffizienz investieren. Dies hat die aktuelle Wintererhebung des Energieeffizienz-Indexes EEI ergeben. Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart erhebt seit 2013 halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zum Thema Energieeffizienz in Zusammenarbeit mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Fraunhofer IPA und dem TÜV Rheinland.

An der aktuellen Erhebung zum EEI nahmen 631 und damit doppelt so viele produzierende Unternehmen teil wie im Sommer 2015. Insgesamt ist der EEI – bestehend aus den Teilindices Bedeutung / Investition / Produktivität – im letzten Halbjahr von 1,3 auf 2,8 gestiegen. Das Stimmungsbild für das Jahr 2016 ist also positiv.

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Bild 1 - Der Index ist von 1,3, auf 2,8 gestiegen und wieder im grünen Bereich
           (Anzahl der Antworten der aktuellen Erhebung: 327)

„Die Talsohle ist glücklicherweise durchschritten.“, so EEP-Institutsleiter Prof. Alexander Sauer. „Während die Stimmungslage zur Energieeffizienz seit 2014 kontinuierlich sank und sogar mit negativem Ausblick in den Sommer gestartet ist, zeichnet sich nun eine deutlich positive Bewegung ab. Eine erfreuliche Entwicklung, trotz der weiterhin tiefen Energiepreise. Damit ist zu erwarten, dass die Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums, Energieeffizienz zur ersten Priorität zu machen, auf einen fruchtbaren Boden fällt“.

Alle befragten Unternehmen wollen investieren
Auf die Frage „Welcher prozentuale Anteil sämtlicher Investitionen der kommenden 12 Monate lässt sich der Effizienzsteigerung zuordnen?“ gaben 41% der befragten Unternehmen Investitionsanteile von über 20% an, und weitere 35% zwischen 10 und 20%. Keines der befragten Unternehmen will gar nichts in Energieeffizienz investieren. Schon heute widmen fast drei Viertel aller Unternehmen mehr als 10% ihrer Gesamtinvestitionen der Energieeffizienz. Dabei steigt der geplante prozentuale Investitionsanteil mit der Unternehmensgröße. Die Zahl der Unternehmen, die ihre Effizienz künftig um mehr als 10 Prozent steigern wollen, ist im vergangenen halben Jahr besonders stark von 20,6 auf 68,5% gestiegen.

Alle Informationskanäle zu Förderungen werden genutzt
Auch die Kommunikation funktioniert: Nur 5,7 % der Unternehmen fühlen sich gar nicht und weitere 2,6% noch nicht genug über Fördermöglichkeiten informiert oder interessieren sich nicht dafür. 40% der Befragten erkundigen sich bei Banken und Kammern über mögliche Fördermaßnahmen. Mit 13% nutzen vergleichsweise wenige das Internet und Datenbanken.


Bild2 Informationsquelle
Bild 2 - Wo informieren Sie sich über Förderung von Energieeffizienz-Maßnahmen?
           (Anzahl der Antworten 1213, Mehrfachnennung möglich)

Stärkster Zuwachs bei Energieeffizienz-Netzwerken und Audits
Fast 90% der antwortenden Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen verfolgen einen systematischen Ansatz in Sachen Energieeffizienz. Energieaudits, die Einführung von Energiemanagementsystemen und Energienetzwerke nehmen dabei am stärksten zu. Auch wenn immer noch 12 Prozent der Unternehmen keinen systematischen Ansatz verfolgen: Investiert wird dennoch von allen.

Die aktuelle Erhebung zeigt, dass Maßnahmen der Politik, wie das – für große Unternehmen verpflichtende – Energieaudit, bei den Firmen ankommen. Es ist außerdem ein positives Signal für die gemeinsame Initiative Energieeffizienz-Netzwerke von Bundesregierung und Wirtschaft.

Bild3 Systematischer Ansatz

Bild 3 - Welchen systematischen Ansatz zur Energieeffizienzverbesserung verfolgt Ihr Unternehmen?
             (Anzahl der Antworten 529)

Weitere Ergebnisse aus der aktuellen Wintererhebung 2015/2016 finden Sie im Energieeffizienz-Index Winter 2015 (vom 15.01.2016).

Nach Aktualität sortiert, finden Sie hier die komplette Reihe der Energieeffizienz-Indices, die seit 2013 halbjährlich vom EEP veröffentlicht wurden.

Energieeffizienz-Index Winter 2015

Hier finden Sie die Auswertung des Energieeffizienz-Index Winter 2015.

Energieeffizienz-Index Sommer 2015

Hier finden Sie die Auswertung des Energieeffizienz-Index Sommer 2015.

Energieeffizienz-Index Winter 2014

Hier finden Sie die Auswertung des Energieeffizienz-Index Winter 2014.

Energieeffizienz-Index Sommer 2014

Hier finden Sie die Auswertung des Energieeffizienz-Index Sommer 2014.

Energieeffizienz-Index Winter 2013

Hier finden Sie die Auswertung des Energieeffizienz-Index Winter 2013.