Der Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie

Wie energieeffizient produziert die deutsche Industrie? Wo steht mein Unternehmen im Vergleich zu anderen und was kann ich tun? Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart ermittelt halbjährlich in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPA, dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutschen Energie-Agentur (dena) und dem TÜV Rheinland den Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie. Der Index beleuchtet die aktuelle Lage der Energieeffizienz in der Industrie und wirft einen Blick in die Zukunft.

Dr. Marcus Bernards, Managing Director der DEVA-Kunststofftechnik GmbH, beschreibt den Nutzen für sein Unternehmen folgendermaßen: „Es macht für uns viel Sinn, uns am Energieeffizienz-Index des EEP zu beteiligen, weil wir so einen Überblick erhalten, wo wir stehen und wo noch Nachbesserungsbedarf besteht.“

 

 Pressemitteilung

 Stuttgart, 18.06.2016

Sommererhebung 2016 des Energieeffizienz-Index EEI

Niedrige Energiekosten haben wenig Einfluss auf Effizienzstrategien

Nur 12 Prozent der Unternehmen stellen Investitionen in Energieeffizienz aufgrund niedriger Energiekosten zurück. Das hat die Sommererhebung des Energieeffizienz-Indexes EEI ergeben, an der 637 Unternehmen teilnahmen. Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart erhebt seit 2013 halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zur Energieeffizienz – in Zusammenarbeit mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Fraunhofer IPA und dem TÜV Rheinland.

Auch niedrige Energiekosten halten die Unternehmen nicht davon ab, in Effizienzmaßnahmen zu investieren. Über 40 Prozent der großen Unternehmen gaben an, dass sie bei sinkenden Energiekosten eher mehr als weniger investieren. Bei mittleren und kleinen Betrieben sind es immerhin noch 25 bis 35 Prozent, die so denken.

„Die Unternehmen, die so handeln, erkennen die Chance, bei frei werdender Liquidität in Effizienz und damit in die Zukunft zu investieren“, erklärt der EEP-Beiratsvorsitzende Heinz Dürr diesen Effekt.

Dennoch ist der Energieeffizienz-Index im letzten Halbjahr von 2,80 auf 1,84 gesunken. Das bedeutet, dass sich das Klima zur Energieeffizienzsteigerung im Vergleich zur Vorperiode wieder eingetrübt hat. Es wird auch mit keiner Erholung gerechnet. „Möglicherweise ein Resultat der aktuellen politischen Turbulenzen um die neuen Regulierungen“, vermuten Dürr und EEP-Leiter Alexander Sauer

Bild 1 – Kaum Einfluss von sinkenden Energiekosten auf geplante Effizienzmaßnahmen
Bild 1 im TIF-Format


Unsicherheit bezüglich des Effekts von Industrie 4.0

Über zwei Drittel der befragten kleinen und mittlere Unternehmen (KMU) sehen kein Potenzial für mehr Energieeffizienz durch die Digitalisierung oder können dies noch nicht beurteilen – sind also skeptisch. Immerhin 23% bejahten aber den positiven Einfluss von Industrie 4.0. Für die Zukunft äußerten sich in dieser Frage 13% positiv. Dabei steigt mit der Unternehmensgröße die Zuversicht. Einher mit der Digitalisierung geht die Flexibilisierung der Energienachfrage. Es ergibt sich auch im Energiebereich die Herausforderung, beim Thema Industrie 4.0 die kleinen und mittleren Unternehmen nicht zu verlieren.

Bild 2 – Sehen Sie in Ihrem Unternehmen Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz durch Digitalisierung bzw. Industrie 4.0?
Bild 2 im TIF-Format

Demand-Side Management spaltet die Industrie

Die Flexibilisierung der Energienachfrage ist für 51% der Unternehmen zukünftig ein wichtiges Thema, die andere Hälfte sieht das nicht so. Auch hier nimmt die wahrgenommene Relevanz mit der Unternehmensgröße zu. So halten 63 % der Großunternehmen die Flexibilisierung für künftig relevant „Ein gutes Drittel des industriellen Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf KMU. Wenn wir die vollen Potenziale erschließen wollen, muss hier besser informiert werden und die Regularien müssen angepasst werden. Ein weiteres  Problem ist das fehlende Marktumfeld. Selbst diejenigen Unternehmen, die Flexibilität für wichtig erachten können Sie nicht umsetzen weil die Anbieter/Kunden fehlen“, so Sauer.

Bild 3 – Glauben Sie, dass die Flexibilisierung Ihrer Energienachfrage für Ihr Unternehmen künftig relevant wird?
Bild 3 im TIF-Format

Für etwa die Hälfte der Unternehmen ist Energieeffizienz weder als Kaufargument noch aus Imagegründen Bestandteil der Marketingstrategie. „Warten wir ab, welchen Effekt die gerade angelaufene Kampagne des BMWi „Deutschland macht´s effizient“ hier hat. Wir werden das beobachten“, so EEP-Leiter Sauer.

Fachlicher Kontakt
Dipl.-Wi.-Ing. Diana Wang
Projektleiterin Energieeffizienz-Index
EEP – Universität Stuttgart
Nobelstr. 12, D-70569 Stuttgart
Tel: +49 (711) 970-3839
diana.wang@eep.uni-stuttgart.de

Pressekontakt
Dr. Birgit Spaeth
Pressestelle
EEP – Universität Stuttgart
Nobelstr. 12, D-70569 Stuttgart
Tel: +49 (711) 970-1810
birgit.spaeth@eep.uni-stuttgart.de

Weitere Ergebnisse aus der aktuellen Sommererhebung 2016, 1. Halbjahr, finden Sie hier Ausgewählte Ergebnisse

 

 

 

Nach Aktualität sortiert, finden Sie hier die komplette Reihe der Energieeffizienz-Indices, die seit 2013 halbjährlich vom EEP veröffentlicht wurden.

Energieeffizienz-Index Sommer 2016

Hier finden Sie die Auswertung des Energieeffizienz-Index Sommer 2016.

Energieeffizienz-Index Winter 2015

Hier finden Sie die Auswertung des Energieeffizienz-Index Winter 2015.

Energieeffizienz-Index Sommer 2015

Hier finden Sie die Auswertung des Energieeffizienz-Index Sommer 2015.

Energieeffizienz-Index Winter 2014

Hier finden Sie die Auswertung des Energieeffizienz-Index Winter 2014.

Energieeffizienz-Index Sommer 2014

Hier finden Sie die Auswertung des Energieeffizienz-Index Sommer 2014.

Energieeffizienz-Index Winter 2013

Hier finden Sie die Auswertung des Energieeffizienz-Index Winter 2013.